Pinebook Pro Akku manuell laden

Ich besitze zu viel Hardware, und auch zu viele Laptops. Folglich liegt ein Gerät auch gerne mal ein Jahr unbenutzt im Kasten.

Und als ich vorhin mein PineBook von Pine64 wieder in Betrieb nehmen wollte blieb der Bildschirm einfach schwarz.


Dass der Akku von unbenutzten Laptops auch entlädt ist bekannt. Man schließt das Ladegerät an, wartet etwas und startet die Maschine ganz normal.

Doch das funktionierte diesmal nicht.
Mir fiel die blinkende Lade-LED auf und so fand ich im Netz heraus, dass ein Blinken im Sekundentakt auf einen “Hardwareschaden” hinweist.
Kurz gesagt: Der Akku lädt nicht … und hochfahren lät sich das System so auch nicht.
Weder das Herstellernetzteil noch der alternative USB-C-Port funktionierte.

Tiefentladung vermutet

Nach ein paar Tränen, schraubte ich den Laptop auf und koppelte den Akku ab. Mein Multimeter zeigte 2.7 Volt zwischen den roten und schwarzen Adern an, was auf einen zu tiefen Ladestand hinwies, der aber noch nicht tödlich sein musste.

Darauf hin schaltete ich mein Labornetzteil auf 4 Volt, und leitete für einige Minuten wieder etwas Strom in den Akku zurück. Eine erneute Messung zeigte dann wieder 3.4 Volt an. Somit schloss ich den Akku wieder an und versuchte eine reguläre Aufladung.

Pinebook Pro Battery

Das Herstellernetzteil ließ leider wieder die LED im Fehlermodus blinken, doch eine Aufladung per USB-C klappte plötzlich. Die Lade-LED leuchtete durchgehend und schon konnte ich das System starten.

Ladevorgang

Nach dem Boot von Armbian checkte ich den Status per Linux sysfs.
cat /sys/class/power_supply/cw2015-battery/capacity zeigt die Ladekapazität in Prozent und dieser Wert stieg alle paar Minuten. … das Aufladen funktionierte also wieder.

/sys/class/power_supply/cw2015-battery/voltage_now zeigt auch die aktuelle Akkuspannung an und auch dieser Wert stieg im Minutentakt an.

Interessant ist der Wert in /sys/class/power_supply/cw2015-battery/voltage_min_design, denn dieser liegt fest bei 3000000 uV, also genau 3 Volt.
Es macht also Sinn, dass auch die verbaute Hardware einen Akku unter 3V nicht mehr akzeptiert.

Fazit

Mit der Entladung habe ich den Akku sicher geschädigt und seine Kapazität wie auch Lebensdauer reduziert.
Doch durch die Wiederbelebung mit ein bisschen Extrastrom kann mein PineBook wieder booten und ich kann wieder ein bisschen experimentieren.

Ein neuer Nachbau Akku kommt auf 30 Euro, ist also leistbar. Doch … wie gesagt, ich besitze zu viele Laptops … es zahlt sich nicht wirklich aus jedes Jahr einen neuen Akku zu kaufen, denn dafür nutze ich die Maschine leider nicht oft genug.

Zumindest werde ich jetzt häufiger mal das Ladekabel anschließen um weitere Tiefentladungen zu vermeiden.

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Wenn sich eine triviale Erkenntnis mit Dummheit in der Interpretation paart, dann gibt es in der Regel Kollateralschäden in der Anwendung.
frei zitiert nach A. Van der Bellen