Visual Studio

Ja, ich halte Visual Studio für die beste IDE. Und vielleicht wäre ich der Plattform Windows bei weitem nicht so treu geblieben, hätte dieses Tool mir nicht schon so viel an positiven Erfahrungen bereitet.

Das gilt aber vor allem für seine Integration des Debuggers, denn ich habe noch keine andere IDE kennenlernen dürfen, die ähnlich akkurat arbeitet.

Denn oft sind es die vielen Kleinigkeiten, die einem das Leben erleichtern und ein produktiveres Arbeiten ermöglichen. Visual Studio vereint einen Code-Editor mit einer ausgereiften Build-Toolchain und einem flexiblen Debugger und bietet mit seiner intuitiven Oberfläche und universelles Werkzeug für eine Vielzahl an Programmiersprachen an.

Waren vor den 2000ern Visual Basic 6 und Visual C++ 6 noch mit separaten (aber ähnlichen) IDEs ausgestattet, so fand mit Visual Studio.NET die Vereinheitlichung zu einer UI für alle unterstützten Sprachen statt.

Neben anfangs C++, C# und [VB.NET}(http://de.wikipedia.org/wiki/Visual_Basic_.NET) kamen F#, Java, Python und weitere Scriptsprachen quasi als Plugin hinzu.

Das größte Lob muss ich aber weiter für die Integration des C++ Debuggers aussprechen.
Denn offen gesagt ist bei interpretierten und Bytecode-Sprachen relativ einfach, deren Ausführung in Codezeilen abzubilden, wie auch Variablen zu interpretieren, weil entsprechende Metainformationen Teil des Programmcodes sind.

Bei C++ ist das ein ordentliches Stück komplizierter.
Und mein Lieblingsbeispiel sind Exceptions. Ich keine IDE, die es mit anderen Debuggern ähnlich gut schafft in Exception-Handler zu springen und dort schrittweise Code auszuführen und weitere Funktionen im Callstack vor und zurück zu wandern.
Von Meldungen a la “Kann nicht angezeigt werden” bis hin zu Abstürzen des Debuggers habe ich schon so ziemlich alles erleben müssen.

Und unter Linux sind diese Effekte doppelt so negativ ausgeprägt. Dabei wird man dann mit Aussagen wie

Ja, dann benutze eben keine Exception-Handler.

abgespeist, wenn Codeblocks, Codelite und der QT-Creator immer wieder abstürzen und dabei auch noch die ungesicherten Änderungen verloren gehen.

Nö, ich bleibe dabei: Visual Studio rulez! Natürlich muss man auch ehrlicherweise sagen, dass die heutige Stabilität auch eine Tochter der Zeit ist.

Denn Visual Studio 2005 konnte auch gut und gerne Abstürzen, vor allem wenn man mit der Maus einem Makro oder Funktionsparameter nahekam und Intellisense eine Auflösung versuchte, die fehlschlug.
Doch selbst diese Abstürze waren oft unkritisch, da eine eingebaute Backup-Funktion die zuletzt bearbeitete Quellcodedatei bis zur vorletzten Zeile rekunstruieren konnte.

Heute ist für mich Visual Studio kaum noch wegzudenken und ich nehme auch einen Teil der Linux-Entwicklung darin vor. Nur für finale Anpassungen und Tests wechsle ich zu Code::Blocks.

Seit der Version 2005 ist Visual Studio bzw. sind die viele IDE Teile kostenlos und könnnen für private und OpenSource Projekte eingesetzt werden.

Die reinen Express-Varianten erlauben auch die Erstellung kommerzieller Produkte, sind aber im Vergleich zur heutigen “Community Edition” (für OpenSource) oder der “Profession Edition” (für Kundenprodukte) eingeschränkter, weil sie keine (oder nur teilweise) Plugins und Microsoft-fremde Toolchains unterstützen.


Wenn sich eine triviale Erkenntnis mit Dummheit in der Interpretation paart, dann gibt es in der Regel Kollateralschäden in der Anwendung.
frei zitiert nach A. Van der Bellen
... also dann paaren wir mal eine komplexe Erkenntnis mit Klugheit in der Interpretation!