Labornetzteil Marke Eigenbau

In 20 Jahren sammelt sich ganz von selbst eine Menge an “alten” Computern an, die man nicht mehr benutzt bzw. benutzen kann.
Entweder ist das Mainboard oder die Festplatte kaputt, oder das Gerät ist ob seines Alters nicht mehr nutzbar.

Die Netzteile überleben den restlichen PC oft, können aber nicht immer in neuen Geräten verbaut werden.

Was macht man also mit einem solchen Netzteil?

Man macht es zu einem Labor-Netzteil…


Wenn ich etwas liebe, dann sind das unsere kreativen Bastler, die schon vor Jahren Wege und Möglichkeiten entdeckt haben, wie man ein PC-Netzteil zu einem Labornetzteil umfunktionieren kann.

Schließlich liefert ein handelsübliches Netzteil mehrere 5 Volt Ausgänge, und auch einige 3.3 Volt und 12 Volt Leitungen.

Wenn man weiß, wie man das Netzteil ein bzw. ausschalten kann, dann braucht man nur noch seine Geräte mit den richtigen Adern verbinden.

PC-Power-Supply-Adapter

Eine sehr einfache “für-Jedermann” Variante gibt es online bereits für wenige Euros zu erwerben.

Mit einem PC-Power-Supply-to-Lab-Power-Supply-Adapter braucht man nur den ATX Mainboard Stecker anschließen und kann vorne seine Geräte wie Arduinos oder ESPs anklemmen.
Alle Anschlüsse sind mit leicht auswechselbaren Sicherungen versehen und ein am Adapter-Board angebrachter Netzschalter hilft beim gezielten bestromen.

PC-PSU 2 Lab-PSU

Wenn man schon eine Bestellung eines solchen Teils absetzt, kann man je nach Wunsch auch noch etwas hinzufügen, nämlich ein paar Bananenstecker.

Das Adapterboard kommt nämlich mit Klemmschrauben, die man lockert, ein Kabel einklämmt und wieder festschraubt. Von oben mag es wie Bananenstecker aussehen, es sind aber keine.
Und da bei Labornetzteilen Bananenstecker quasi Standard sind, kann man eben diese selbst um ein paar Euro mehr nachrüsten.

Jene, die ich dranschrauben wollte, waren ein klein bisschen zu dick um durch die Löcher der Platine zu passen. Doch mit ein ganz klein wenig Nachbohren mit dem Akkuschrauber, wurden sie groß genug gemacht, damit die neuen Stecker durchpassten und befestigt werden konnten.

Jetzt wird noch das alte 200 Watt Netzteil vom Pentium 1 eingeschlossen, und fertig ist das Labornetzteil.

Netzteil Marke Eigenbau

Mit einem 3D Drucker kann man das Ganze natürlich auch noch auf die Spitze treiben. Man findet auf thingiverse.com Ummantelungen für übliche PC-ATX-Netzteile und kann diese über den Kabelteil stülpen.
Anstatt des vorhin vorgestellten Adapterboards, schneidet man den ATX Stecker einfach ab und verbindet die Kabel selbst mit Bananenstecker, die am gedruckten Gehäuse herausgeführt werden.

Ein und ausgeschaltet wird das Netzteil durch die Verbindung des violetten Kabels (Nr. x) mit Ground und schon sollte das Netzteil anspringen. Es wird generell noch empfohlen, eine Last auf die 5 Volt Schiene zu hängen, da einige PC Netzteile dies benötigen um überhaupt Strom zu liefern.
Dabei wird oft ein Widerstand empfohlen, doch ich würde hier lieber gleich eine LED-Lampe oder einen Kühlventilator betreiben.

Vielleicht gehe ich einen solche Bau in Zukunft auch mal an, denn das wäre ja mal ein “ordentliches” Projekt.
Vorerst bleibe ich jedoch bei meinem Adapter-Board, das mir für meine Zwecke voll ausreicht.

Und wer es ganz besonders schön haben will, schaut sich Simon’s Beitrag von kondensatorschaden.de dazu an:


Wenn sich eine triviale Erkenntnis mit Dummheit in der Interpretation paart, dann gibt es in der Regel Kollateralschäden in der Anwendung.
frei zitiert nach A. Van der Bellen
... also dann paaren wir mal eine komplexe Erkenntnis mit Klugheit in der Interpretation!