Luft Ionisator atomisieren

Seit über einem Jahr läuft mein “IonizAIR” von P3 International und reichert die Luft mit Ozon an um sie zu desinfizieren und organische Duftstoffe (auch Gestank genannt) aufzulösen.

Und typisch, gerade jetzt wo COVID-19 täglich für den Tod einer meiner Nerven verantwortlich ist, schaltet das Gerät einfach auf “rot” und tut nichts mehr.


Ionisierung der Luft

Nach Gewittern und in Bergen soll die Luft leicht negativ geladen sein, was wir als angenehm empfinden sollen, und im Gegensatz dazu produzieren unsere elektronischen Geräte positiv geladenen Staub, der ungesund sein soll.

Die Lösung: Man jagt ein paar tausend Volt durch sehr nahe Metallplatten, wo dann an ihren Kanten die lustigerweise so heißende “Korona-Entladung” stattfindet und die Luft zum elektrischen Medium wird. (Das hat natürlich nichts mit unserem Todes-Virus COVID-19 zu tun!)

Dabei sollen geladene Luftteilchen und Ozon entstehen, die die oben genannten “positiven” Eigenschaften haben, obwohl sie negativ geladen sind.

Solche Ionisierer kann man je nach Raumgröße für 20 € (USB Teil fürs Auto) oder wie in meinem Fall für 65 Euro für eine kleine Wohnung kaufen.

Und genau dieses Teil tut nicht mehr …
Man schaltet es ein, es leuchtet kurz grün um in weniger als einer Sekunde wieder auf rot zu schalten, worauf man eigentlich die Ladungsplatten reinigen sollte … doch das half nicht.

Warum nur?

1000 Volt tun weh!

Man hätte es sich denken können, aber hier gleich als Warnung:

Das Gerät 6 Stunden vom Strom zu nehmen reicht nicht aus um die Kondensatoren vollständig zu entladen. Als ich beim Öffnen an die Platte kam, fuhr mir die Restladung durch den Körper.
Es ist nicht tötlich weil kein Strom dahintersteht, aber die Pratze tat mir trotzdem etwas weh!
Also ja nicht an die Teile fassen, wenn das Gerät eingeschaltet ist!

Ich hatte die Hoffnung, dass ich dort einen “kleinen” defekten Kondensator vorfinde, diesen auslöte, einen neuen einsetze und alles wieder perfekt läuft.

So war es aber nicht.

Experimente

Unter dem Fuß des Geräts saß eine Platine mit wenigen Bauteilen, die die Strompulse erzeugen und die Spannungen messen sollte. Dort war nichts offensichtlich Defektes, was ich hätte ersetzen können und die “großen” Kondensatoren und Spulen für die Hochspannung waren ein Stockwerk darüber mit Kleber übergossen. Sie wirkten aber äußerlich ebenso nicht defekt.

Nach meinem “Schlag” beim Öffnen wollte ich auf keinen Fall mit dem Gerät herumexperimentieren, wenn es lief. Dumm gelaufen also …

Also wieder alles zusammengeschraubt.

Dann nahm ich mir die Ladungsplatten vor, die auf einer leicht entfernbaren Kartusche angebracht waren.
Man sollte diese auch laut Anleitung einfach mit Wasser waschen können, weil diese im Laufe der Zeit Staub ansetzen.

Also bog ich die Metallzähne, zwischen denen die Koronaentladung erzeugt wird, etwas auseinandern und dann wieder auf einander zu.
Ergebnis: Es wird auch nicht besser.

Mit mehr, nein, weniger Power!

Dann dachte ich mir: “Ist eh schon egal, das Ding ist tot!”, und schloss es ans Labornetzteil an.

Und weil Tim Taylor gerne sagte “Mehr Power”, setzte ich die zugeführte Betriebsspannung, die mit dem Sollwert 12 Volt angegeben war, mal auf 14 Volt hoch.
… Gleiches Ergebnis.

Doch beim Herunterdrehen sprang das Teil plötzlich an und lief ein paar Sekunden.

OK … kann das bedeuten, dass “weniger Power” die Lösung ist?

Ja, so scheint es zu sein.

Betreibe ich mein Gerät mit etwa 10.5 Volt läuft es stabil. Ab spätestens 11.5 Volt schaltet das Gerät auf “rot” und hört auf zu arbeiten.

Ich vermute mal, dass die innere Spannung gemessen wird und wenn diese nicht “abgeführt” wird, schaltet sich das Teil aus. Vielleicht ist ein Bauteil halb-defekt oder hat seine Spezifikation verlassen und reagiert nun auf die “volle” Spannung mit Abschaltung.

Mit geringerer zugelieferter Spannung wird vermutlich auch weniger Luft ionisiert, aber es wird immerhin ionisiert. Das kann man am Luftzug spüren und riechen und im Dunkeln an den kleinen Entladungsblitzen auch sehen.

Fazit

Ich hatte noch ein kleines DIY-Kleinnetzteil mit bis zu 14 Volt für ein paar Hundert Milliampere übrig. Wenn man das voll aufdreht und an den Ionisierer anschließt, brechen die 14 Volt auf etwa 9 zusammen, können das Gerät aber gerade so an der Grenze betreiben.

Na gut: Problem gelöst.

DIY-Ionizer-Power-Supply

Einzig die dort verbaute Anzeige und die LEDs darin verbraten zusätzlich noch völlig unnötig Strom
… aber hey … sagen wir einfach, es ist nebenbei auch noch eine Lichtorgel.

Somit wurde wieder ein Teil vor dem Müll gerettet und ich bin zufrieden.


Wenn sich eine triviale Erkenntnis mit Dummheit in der Interpretation paart, dann gibt es in der Regel Kollateralschäden in der Anwendung.
frei zitiert nach A. Van der Bellen
... also dann paaren wir mal eine komplexe Erkenntnis mit Klugheit in der Interpretation!