Windows 10 - 2004 Update

Offiziell hieß es Windows 10 - Update 2004, aber bei mir wurde daraus ärgerlicherweise eine komplette Neuinstallation.

Warum nur werden Setups und Updates heute so kompliziert gestaltet, dass man bei jedem Anlauf bangen muss, sein System verschrotten zu müssen?


Seit fast zwei Monaten versuchte ich “regulär” auf das neue Windows 10 Version 20/04 (auch 20/H1 genannt) zu wechseln.
In den vergangenen Jahren klappte das eigentlich immer problemlos:

  • Setup lud alle Daten herunter
  • Die Installation baute eine zweite Windows-Installation auf der Systempartition auf
  • Beim nächsten Hochfahren wurden alle “persönlichen Daten” migriert
  • Und ab dem nächsten Login war man im “neuen Windows” mit allen Einstellungen und Daten von früher.

Tja… und diesmal?

Diesmal lief der Download- und Setup-Schritt extrem lange und brach dann bei ca. 90 % mit der Meldung ab, dass
“Windows zur Zeit noch nicht aktualisiert werden könne”.

Keine Ahnung an welcher meiner Softwareinstallationen sich Setup gestoßen hatte (es könnten Treiber, Hyper-V oder Dev-Tools gewesen sein), aber nach wöchentlichen Fehlschlägen gab ich letztendlich auf.

Windows 10 20/04 wurde auf einen USB-Stick kopiert (Rufus lässt grüßen) und das Setup “außerhalb” von Windows gestartet.

Damit verliert man natürlich die Möglichkeit Apps und persönliche Daten in die Neuinstallation mitzunehmen … aber das war mir letztendlich auch egal.

Für die Neuinstallation musste ich dann von Hyper-V bis Visual-Studio wieder alles neu installieren und das ist leider immer noch recht zeitaufwendig.

Interessanter war für mich aber die Beobachtung, wie “groß” inzwischen diverse Windows Apps geworden sind, die natürlich auch erst wieder eingerichtet werden mussten:

  • Windows Rechner: 13 MB
  • Mail: 84 MB

mals als Beispiel genannt.
Ähm, Wow! 13 MB für einen Taschenrechner.

Dieses Programm existiert seit den ersten Windows Versionen und war meines Wissens nie über ein paar 100 KByte groß.
Was zur Hölle braucht da drinnen jetzt mehrere Megabytes??
Denn mir kann ja niemand erklären, dass der neue Einheiten-Umrechner, den es früher nicht gab, der App soviel Code hinzugefügt hat.

An dieser Stelle wünsche ich mir die alten Zeiten zurück, wo Softwareentwicklung noch unter dem Motto lief:

Jedes Byte ist ein Dollar. Wer Bytes verschwendet schafft unbezahlbare Produkte, die sich keiner leisten kann.

Hmm … das gilt wohl beim “Windows Rechner” nicht mehr … leider.

Fazit

Auf meinem Laptop und einem Tablet klappte das Upgrade übrigens “out-of-the-box” problemfrei.
Warum es meinen Hauptrechner nicht leiden konnte, bleibt für mich ein Rätsel, dass mich aber nicht weiter belasten soll.

Letztendlich hat jede Neuinstallation etwas Gutes:
Man fängt mit einem etwas mehr aufgeräumteren System an …
… die Frage ist: Wie lange bleibt es so.


Wenn sich eine triviale Erkenntnis mit Dummheit in der Interpretation paart, dann gibt es in der Regel Kollateralschäden in der Anwendung.
frei zitiert nach A. Van der Bellen
... also dann paaren wir mal eine komplexe Erkenntnis mit Klugheit in der Interpretation!