install.wim für FAT32 USB Stick

Früher waren Windows Vista, Windows 7 und Windows 8 Installations-Images in den install.wim Dateien nie größter als 4 GB. Und somit konnte man sie problemlos auf einen USB Stick packen, der mit FAT32 formatiert war.

Doch mit integrierten Updates und generell ab Windows 10 wurde die 4 GB Marke durchbrochen. Man kann einen USB Stick natürlich mit NTFS formatieren, doch dann funktioniert keine EFI-Installation mehr.

Die richtige Lösung ist: WIM aufsplitten.


Vorgeschichte

Das alte BIOS machte es uns einfach: Es lud den ersten Sektor eines Mediums in den RAM und führte den Code einfach aus. Jedes Betriebssystem und jedes Dateisystem konnte dort genau den Code platzieren, der notwendig war, das vollständige OS zu laden.

Doch mit der Einführung von EFI, muss der EFI-OS-Loader das Dateisystem lesen können und daraus die OS-Boot-Dateien extrahieren können. FAT32 ist einfach und offen genug, und daher ist dieses Dateisystem “zum Maß aller Dinge” geworden.

Bei der Installation von Windows, entscheidet die Art des Starts des Boots des Setup-Mediums darüber, wie Windows installiert werden kann. Bootet man über den BIOS-Layer, kann man Windows auch nur im BIOS Modus mit MBR Partitionstabellen aufsetzen.
Startet man jedoch über EFI, legt Windows Setup GUID-Partitionstabellen und eine EFI-Boot Partition an. Die fertige Windows Installation kann am Ende dann alle EFI-Features nutzen.

Problem: Zu große install.wim Dateien können nicht auf FAT32 USB Sticks kopiert werden und nutzt man NTFS, kann man nicht über EFI Booten.

install.wim anpassen

Die zu großen install.wim Dateien kann man auf unterschiedliche Weisen verkleinern.

  1. Man extrahiert nur die Windows-Installation, die man braucht, denn in der Regel beinhaltet eine install.wim mehrere verschiedene Windows Setup Arten. (Home, Eduction, “N” oder Professional und Enterprise). Doch leider ist hier nicht garantiert, dass die resultiernde install.wim wirklich kleiner als 4 GB wird.
  2. Man benutzt dism um die WIM Datei in mehrere SWM Dateien aufzuspalten. Windows Setup erkannt dann automatisch, dass es nicht eine einzelne install.wim hat, sondern ein Set von install.swm, install2.swm bis installN.swm.

Diesen zweiten dism Weg möchte ich nun dokumentieren, auf dass ich ihn nicht immer auf anderen Seiten suchen muss:

  • Windows Installations-ISO herunterladen und Inhalt lokal entpacken (z.B. mit 7zip) nach C:\ISO
  • Konsole (cmd.exe) als Administrator starten
  • dism /Split-Image /ImageFile:C:\ISO\sources\install.wim /SWMFile:C:\ISO\sources\install.swm /FileSize:3800
    Aufspaltung in Teildateien erfolgt alle 3800 MB
  • del C:\ISO\sources\install.wim

Nun kann man einen USB Stick mit FAT32 formatieren, z.B. mit diskpart.
Wichtig: Hier immer gut aufpassen, dass man per list disk die richtige Nummer des USB-Sticks rausfindet und “selected”, ansonsten löscht man sich eventuell seine Festplatte!

1list disk
2select disk 9
3clean
4create part primary
5format fs=fat32 quick
6active
7assign letter=U
8exit

Und am Ende kann man einfach den gesamten präparierten Inhalt von c:\ISO auf den unter U: verfügbaren USB Stick kopieren.

Hat man nun im EFI-BIOS Setup eingestellt, dass man über EFI booten möchte und den USB Stick angesteckt, sollte Windows PE mit dem Setup hochfahren und Windows lässt sich mit den SWM Dateien im EFI-Modus installieren.

Fazit

Ich frage mich immer, wie es passieren konnte, dass Windows, welches früher auf 9 - 40 Disketten passte (also unter 100 MB) heute komprimiert mit 4 GB nicht auskommt.

Wie auch immer … so lange ich weiter eine Möglichkeit habe mit USB Sticks EFI Installationen zu machen, bin ich zufrieden.


Wenn sich eine triviale Erkenntnis mit Dummheit in der Interpretation paart, dann gibt es in der Regel Kollateralschäden in der Anwendung.
frei zitiert nach A. Van der Bellen
... also dann paaren wir mal eine komplexe Erkenntnis mit Klugheit in der Interpretation!

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