Windows 5

Die 4. Windows Generation endete mit Windows NT 4.0 bzw. Windows Millennium im Jahre 1999.
Und dann startete mit “NT 5” ein neues Jahrtausend.

Heute war es wieder einmal Zeit, meine alten VMs durchzugehen um zu sehen, ob sie noch laufen … und dabei wurde auch gleich der Softwarestand miterfasst.


Windows 2000, NT 5.0

Windows 2000 kam Ende 1999 heraus und war DER große Generationswechsel.
Es wurden neue Treibermodelle eingeführt, die sich von Windows NT 4.0 abhoben und die Windows API erlebte einen ordentliches Update, wo auch viele sich unterscheidende Schnittstellen von NT 4 und Win 9x jetzt endlich gemeinsam untergebracht waren.

Denn zwischen den Jahren 95 und 99 musste Software oft doppelt herausgebracht werden, einmal als *_NT.exe und dann noch als *_9x.exe.
Ich erinnere mich noch dunkel an die Clean-Up und Tuning-Tools, die immer auf den Heft-CDs mit dabei waren, wo diese Suffix-Nomenklatur häufiger anzutreffen war.

NT 5.0 Software

Wenn man heute noch mit einem Windows 2000 arbeiten wollen würde, dann hätte man relativ viele Probleme damit. Das letzte Service-Pack war SP4 und der Support seitens Microsoft endete final im Jahr 2010. Die Online-Seite von Windows Update ist nicht mehr erreichbar und so bleiben mir heute nur noch meine mit nLite erstellten CD-Images aus den Jahren 2010, wo die bis dahin erschienenen Updates alle integriert waren.

Ausgestattet mit dem IE 5.0 kann man de facto gar nichts mehr im Web machen und nach der Installation von IE 6 SP1 ist seitens Microsoft auch Schluss gemacht worden.

Firefox unterstützte Windows 2000 bis zur Version 10.0.12 und so wird dessen Setup auf meinem Fileserver für eben diese Windows Version aufgehoben. So kommt man zumindest noch auf einige Seiten, wenn man sich nicht mit HTTPS und zu neuen Zertifikaten verhaspelt.

Mit dem uralten Outlook Express kommt man heute auch nicht mehr besonders weit, denn seit SSLv3 abgeschaltet ist, laufen deren Anfragen ins Leere. Zum Glück gibt es ja noch Thunderbird, das bis zur Version 12.0.1 auf Win2K lauffähig ist. Folglich liegt auch dessen Setup bei mir am Dateiserver.

Office 2003 ist Microsoft’s letzte Arbeitsumgebung auf dieser Plattform und kann leider auch nicht mehr mit aktuellen Dokumentformaten umgehen.
Apache OpenOffice unterstützt Win2K - und das find ich “echt cool” - bis zur aktuellen Version 4.1.7. Wer also seinen kleinen privaten elektronischen Schreibtisch mit Windows 2000 umsetzen will, findet also bis ins Jahr 2020 eine Lösung.

Windows XP, NT 5.1

Nicht mal 2 Jahre nach Win2K kam im Jahr 2001 mit dem Titel Windows XP die Version Windows NT 5.1 auf den Markt.
Dieses System blieb bis ins Jahr 2014 offiziell unterstützt und war viel zu lange einfach nicht tot zu kriegen.

Doch seit der Einführung von Windows Vista im Jahr 2006/2007 muss man ehrlich sagen, nahm die Stabilität neuerer Software unter XP auch mehr und mehr ab. 2008 kam das letzte Service Pack 3 für XP ins Land und eben dieser Status der WinAPI ist teilweise bis heute eine Wassermarke für Applikationen, was sie einfordern dürfen, um gerade noch XP-tauglich zu sein.

2009 brachte Microsoft mit Windows XP Embedded 2009 noch eine Version auf den Markt, die für Terminals in Industrie und Wirtschaftssystemen zum Einsatz kommen sollte. Daher hielt ich bis letztes Jahr meine Aussage aufrecht:

Wegen XP Embedded 2009 müssen wir mindestens bis 2019 XP als Plattform unterstützen, weil einige Kunden dieses System damals anschafften und es bis zu dessen Support-Ende im Einsatz halten werden.
Damit ist auch der IE 8 Support weiter wichtig.

Jap, genau, IE 8 war die letzte Version für Windows XP und das ist wohl der größte Alptraum auf einem solchen System. Hinweis: Wer Windows XP heute noch aktualisieren will (was noch geht), muss den IE 8 installieren, denn ohne ihn läuft Windows Update nicht mehr.

Firefox drehte seinen XP-Support mit Version 52.9 erst im Jahr 2018 ab, womit wir auch heute noch viele Webseiten besuchen können, wenn gleich nach und nach moderne Scripts zunehmend instabiler darauf laufen.

Als Mail-Client bietet sich die letzte Thunderbird Version 38.5 an, die im Jahr 2015 veröffentlicht wurde und neben POP3 und IMAP auch schon ein paar modernere Web-Authentifizierungen anbietet.

Mit MS Office 2010 kann man noch einigermaßen mit aktuellen Dokumenten und Servern arbeiten. Natürlich steht mit OpenOffice auch hier noch die aktuellste Version zur Verfügung.

Server 2003, NT 5.2

NT 5.2 war der Kern von Server 2003 und auch von Windows XP 64-bit. Man könnte also sagen, dass 64-bit XPs die moderneren Systeme sind.
In Sachen Kompatibilität würde ich jedoch zum klassischen XP (NT 5.1) raten, denn mir sind ein paar Problemchen mit Treibern und vor allem bei Video-Codecs untergekommen, wo die Umleitung von 32-bit APIs auf die 64-bit Architektur fehlerhaft war.

Aber grundsätzlich sollte gelten: Alles was unter NT 5.1 lief, läuft auch unter NT 5.2.

In Sachen Server Software von Microsoft kann man grundsätzlich sagen, dass alle Titel, die eine Jahrszahl kleiner 2008 in sich tragen 2K3 tauglich sind, alles ab größer 2007 dann nur noch auf Server 2008 (also NT 6.0) und höher läuft.

Als Webserver kommt der IIS 6 zum Einsatz, weshalb bei Zusatzsoftware auf Kompatibilität für diese Plattform geachtet werden muss.

Ein ganz lästiges Problem ist übrigens Virtual Server 2005, der große Bruder von Virtual PC. Denn die Server-Variante war nur noch per Browser steuerbar. Die HTML Seite nutzt aber furchtbare MS-IE-only Scripts, die nur mit dem IE 6 allesamt laufen. Bereits der IE 8 konnte diese nicht mehr korrekt darstellen, weil er (wie witzig!) bereits weiter an den HTML Standard angenähert war.
Wer also Virtualisierung auf Altsystemen haben will, braucht “zwingend” ein originales nicht-aktualisiertes Windows XP. Oder aber man quält sich mit dem IE 6 vom Server 2003, welcher aber im Standard wiederum so konfiguriert ist, dass er überhaupt keine Scripts und ActiveX Controls zulässt.

Fazit

Diese Systeme haben meinen “vollen” Einstieg in die IT und die Programmierung begleitet. Ich werde sie daher stets zu schätzen wissen und in Erinnerung behalten.

Trotzdem sind auch viele lästige Bugs in ihnen enthalten, und ich bin froh, dass diese der Vergangenheit angehören und mich heute nicht mehr “behindern”.

Ach ja… einen “besonderen” Einsatzort haben diese System noch bei mir: Und zwar auf meinen Epia Boards

Die alten Cyrix Prozessoren (und/oder das BIOS) werden von Windows Vista und neuer nicht unterstützt. Es kommt während oder nach der Installation zu Bluescreens. Doch mit Windows 2000, Windows XP und Server 2003 laufen “meine Vorläufer” von Intel Atom problemlos und angemessen flüssig.


Wenn sich eine triviale Erkenntnis mit Dummheit in der Interpretation paart, dann gibt es in der Regel Kollateralschäden in der Anwendung.
frei zitiert nach A. Van der Bellen
... also dann paaren wir mal eine komplexe Erkenntnis mit Klugheit in der Interpretation!