Festplatten-Totalausfall

Heute Nacht hat die Festplatte meines Servers zu Hause den Geist aufgegeben.

Backup? Nö … nicht notwendig. Die Daten darauf sind sowieso mehrfach auf anderen Systemen gespeichert und die Test-VMs sind auch egal …

… dachte ich.

Da war ja noch dieser versteckte Ordner mit meinen Admin Passwörtern … dort wo sie niemand findet und natürlich nur dort und sonst nirgends, damit sie nicht jeder finden kann.

Tja … die sind jetzt wirklich weg.

Im ersten Moment dachte ich noch darüber nach, ob man nicht einen Profi mit der Rettung beauftragen soll, doch nach der ersten Suche im Netz sah ich, dass das bei 500 Euro beginnt und nach oben keine Grenzen gesetzt sind.

Nö, soooo wichtig sind mir die Daten dann doch wieder nicht. Vor allem weil es ja keine Wiederherstellungsgarantie gibt.

Ich vermute nun, dass der Motor der kleinen Toshiba 2.5 Zoll Platte den Geist aufgegeben hat. Ein Reparaturversuch wie auf YouTube beschrieben brachte jedenfalls ans Tageslicht, dass der Lesekopf an der richtigen Stelle war.

Mein Vorteil ist, dass ich meine Quellcodes auf viele Systeme verteilt habe. Einige sind in der Cloud, und jene, die noch im alten SVN Repository auf eben dieser Platte lagen sind zum Glück alle ausgecheckt auf meinen anderen PCs.

Natürlich verliert man eventuell die History des Repositories, aber das ist in meinem Fall kein wirkliches Problem.

Und die Passwörter … naja, auch kein Drama. Die wichtigsten habe ich zum Glück im Kopf und jene von Routern kann man ja im Bedarfsfall wieder auf Werkzustand zurücksetzen und neu vergeben. Und sollte wieder mal ein Einsatz bei Mama und Co notwendig sein, müssen wir uns was überlegen, falls ich der einzige war, der das Passwort noch gespeichert hatte.

Am meistern ärgert mich, dass ich auf jenem Server alle meine Windows Images von NT4 bis Windows 10 schön geordnet hatte. Und zwar auch mit integrierten Updates und Zusatzprogrammen (z.B. IE4 für Win95 und NT4).

Das bekommt man zwar wieder alles im Netz irgendwo, aber es ist eben mühsam. So alle zwei Jahre entsteht bei mir immer wieder eine Backup-Blu-Ray, wo einiges drauf ist, aber alleine das zusammensuchen nervt. Nächstes Monat wäre übrigens wieder die nächste fällig geworden. Perfektes Timing!

Die Sache hat aber auch etwas Gutes: Ich entwicklte mich etwas zum Daten-Messie und konnte es nicht übers Herz bringen Textentwürfe und E-Mails mit Rechnungsbestätigungen von vor 10 Jahren zu löschen. Das Thema hat sich somit erledigt … und so schlimm ist das jetzt auch nicht.

Also wird eine neu Platte gekauft, verbaut und das Thema Backup vielleicht doch wieder etwas mehr in der Vordergrund gerückt.


Den schlimmsten Datenverlust musste ich um das Jahr 2000 verbuchen. Und zwar ging mir damals ein Programmierexperiment furchtbar schief:

Nach dem großen Erfolg eine Diskette über die BIOS Interrupts neu zu formatieren, wollte ich das auch mit der etwas anderen Festplatten- Funktion austesten. Also wurde eine gebrauchte Platte an den zweiten IDE Port angesteckt.

Ich könnte heute noch darauf schwören, dass ich die richtige Platten ID einprogrammiert hätte (nämlich die der Testplatte). Aber die Tatsache war: Meine Hauptplatte mit allen Quellcodes war nicht mehr bootfähig und auch Startdisketten konnten keine Partitionstabelle mehr finden. Ein Jahr Arbeit war einfach weg.

Dass ich meine ganzen ASM Codes verloren hatte trieb mich quasi aus Frustration zu Windows und Visual Basic zurück … denn dort konnten Programmierfehler ein solches Debakel nicht auslösen.

Herr Gott! Hätte es doch damals schon VMs und ausreichend starke CPUs gegeben!


Wenn sich eine triviale Erkenntnis mit Dummheit in der Interpretation paart, dann gibt es in der Regel Kollateralschäden in der Anwendung.
frei zitiert nach A. Van der Bellen
... also dann paaren wir mal eine komplexe Erkenntnis mit Klugheit in der Interpretation!