IDE Adapter und Alternativen

Ich dachte eigentlich, dass meine alten IDE (P-ATA oder auch ATAPI) Festplatten schon alle tot sind. Aber stimmt nicht, die meisten Festplatten funktionieren seit tatsächlich noch seit 15 Jahren.

Trotzdem ersetze ich die unerträglich lauten und langsamen Teile durch Flash-Speicher Varianten.


Ich habe ja schon vor zwei Jahren die ersten IDE-SSDs bestellt, deren Speicher “klein” genug war, damit meine alten Mainboards damit leben konnten.
Das funktioniert auch super auf DOS und Windows 3.X Systemen, macht aber aber auf 32-Bit Systemen manchmal Schwierigkeiten.

Beim Start von Windows 95 und 98 nach deren Installation traten Bluescreens auf, dass das Medium “read-only” und unbenutzbar sei.
Beim Reboot war die IDE-SSD dann gar nicht mehr detektierbar, nur eine Stromunterbrechung machte das Gerät wieder betriebsbereit, bis Windows es wieder verschwinden ließ.

Also habe ich nach Alternativen gesucht, wie ich meine alten Boards mit modernen Speichermedien betreiben kann.

CompactFlash (CF) Karten IDE Adapter

Zu ihrer Blütezeit (1995 - 2005) bin ich mit ihnen nie in Kontakt geraten und danach wurden sie schnell durch SD-Karten ersetzt. Es handelt sich dabei ebenfalls um Flash-Speicher-Karten nur mit größerem Gehäuse und mit einem IDE-Bus.

Man braucht also nur einen Adapter der die schmalen Pins ihres Anschlusses auf die üblichen 40-Pin IDE Stecker übersetzt und schon funktioniert eine CF-Karte wie eine Festplatte.

CF-Card to IDE

Da sie keiner mehr braucht, kosten die kleineren Modelle in Fernost mit 8 - 16 GB heute um die 10 Euro und der Adapter um die 2 Euro.

Sie sind lautlos und schneller als herkömmliche mechanische Festplatten aus dieser Zeit.

Ein Nachteil ist, dass manche Adapter oder Karten sich im System fix als “Removable-Drive” melden, womit Windows Caches deaktiviert, was ihre Performance senkt. Andere Karten tun, als wären sie richtige Festplatten … da muss man leider ein paar Hersteller ausprobieren, oder mit der etwas niederen Geschwindigkeit leben lernen.

Für mich ist die Lösung aber super, wenn ich kaputte oder zu laute Festplatten meiner 15 bis 25 Jahre alten Nostalgie-Rechner ersetzen möchte.

mSATA nach IDE Adapter

mini-SATA SSDs (die Vorläufer von M.2-SSDs) im 32 GB Bereich findet man auch schon ab 14 Euro. Legt man noch etwa 5 Euro drauf, bekommt man ein 2.5 Zoll Gehäuse dazu, das M-SATA in den 44-Pin Notebook IDE Standard übersetzt.

Das wiederum ist eine gute Lösung für Notebooks aus den Anfängen der 2000er Jahre, in denen solche IDE Platten verbaut waren. Natürlich kann man auch nur reine Adapter-Platinen bestellen (ohne das schöne Gehäuse).

M-SATA to IDE

Für normale PCs kann man für weitere 2 Euro noch einen 40-Pin IDE Adapter samt klassischem Molex Stromstecker bestellen und schon hat man quasi eine “echte” neue Festplatte für die alte Hardware.

44-Pin IDE to 40-Pin

Es gibt übrigens auch M.2 to IDE Adapter, nur ist IDE gemessen an SATA sehr langsam und es bringt daher aus meiner Sicht nichts, die besseren M.2 Chips in meine uralten PCs einzubauen. Streng genommen sind auch die M-SATA Varianten für meinen Anwendungszweck überdimensionert.

SD-Karte nach IDE Adapter

So wie es für SATA-Ports Adapter zu SD-Karten gibt, existieren auch Konverter für IDE zu SD-Karten.

Billige Adapter-Boards findet man heute in China schon um 7 Euro und nachdem Micro-SD-Karten im 16 GB Bereich auch schon um 2-3 Euro zu haben sind, ist diese Variante am billigsten.

Außerdem kann man alte SD-Karten aus Smartphones auf diese Weise als Festplatten-Ersatz in antiken PCs recyclen.

IDE to SD-Card

Ich habe noch keine Langzeiterfahrung mit diesen Dingern, aber ich vermute mal, dass dieses Medium denkbar ungünstig ist, um davon ein Betriebssystem zu starten.
Denn die häufigen Zugriffe auf temporäre und Auslagerungs-Dateien wird die Lebensdauer der Karten schnell ablaufen lassen.

However … wenn man nur mal schnell seine alte Nostalgie-DOS-Umgebung aufleben lassen will, ist die SD-Karten-IDE-Festplatte vermutlich die kostengünstigste Variante … und Ersatz-SD-Karten findet man heute wirklich überall.

Fazit

So, wieder ist ein Nostalgie-Sonntag vorbei und ich genieße die Stille von Flashmedien wirklich sehr.
Ich kann mir heute gar nicht mehr vorstellen, dass ich vor 20 Jahren stundenlang neben den damaligen surrenden und knatternden Festplatten saß und es mir nichts ausmachte.

Heute will Opa aber seine Ruhe haben und trotzdem das DOS-Prompt aus “den guten alten Tagen” sehen. Und genau dafür sind diese IDE Adapter ein wahrer Segen.

Einen Aspekt gibt übrigens noch: Man kann die Adapter auch benutzen, um sie am zweiten IDE Port zu einem laufenden System (natürlich vor dem Boot) dazu zu hängen.
So kann man auf ganz alte Systeme Daten kopieren, wo man sonst nur mit gebrannten CDs Daten einschleusen könnte.


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Wenn sich eine triviale Erkenntnis mit Dummheit in der Interpretation paart, dann gibt es in der Regel Kollateralschäden in der Anwendung.
frei zitiert nach A. Van der Bellen
... also dann paaren wir mal eine komplexe Erkenntnis mit Klugheit in der Interpretation!