Ein richtiges Geschenk

Für jemanden wie mich, der aus Überzeugung aus der Kirche ausgetreten ist, stellt sich lediglich in der Weihnachtszeit ein kurzer Moment der Nachdenklichkeit ein, was denn “die anderen” für wichtig halten, und was ein “richtiges” Geschenk ist.

Denn besonders als Kind bewirkten die Lichter der kleinen Kirche meines Heimatortes ein Gefühl der Geistlichkeit und der Frömmigkeit.

Es war selbstverständlich, dass alle Kinder zum Weihnachtsgottesdienst gingen und vor allem wegen des jährlichen Krippenspiels ungewöhnlich aufmarksam über eine Stunde an diesem recht kalten Ort verbrachten.

Wer in der Kirche nicht brav war, musste im Anschluss fürchten, vom Christkind nicht beschenkt zu werden.

Eigentlich ist es schade, dass wir immer ein Bild der Bestrafung benötigen, damit wir uns an Regeln halten … aber andererseits war dieser sanfte Druck nie quälend und vielleicht hat genau das dazu geführt, dass zumindest ich trotz schwerer Vorbehalte gegen die Organisation Kirche, heute immer noch Respekt für dieses Beisammensein habe.

Heute sehe ich es jenseits von Religion als sehr wichtig an, dass wir unsere Verantwortung wahrnehmen, uns auch um andere zu kümmern, denen es nicht so gut geht wie uns.

Man jammert zwar das gesammte Jahr über, dass man von allem zu wenig hat, gerne mehr hätte und vor allem mehr Freizeit brauche.
… ein typisch österreichisches Jammern auf höchstem Niveau, bei dem man gleichzeitig darüber nachdenkt, welchen Plunder man sich noch bestellen soll um die Zeit tot zu schlagen.

Vor vielen Jahren, als meine Mutter schwer erkrankte und weitere Therapien nicht finanziert werden konnten, kam eines Tages eine Überweisung von (umgerechnet) 1000 € an. Eine Bekannte einer Bekannten hatte von jenem Schicksal gehört und wollte helfen … ohne uns zu kennen und ohne Gewissheit zu haben, was mit dem Geld geschehen würde.

Heute sind Lichter an Bäumen für mich zwar “nett”, beeindrucken mich aber nicht mehr wirklich. Doch diese damals unverhoffte Spende einer Fremden, blieb mir in Erinnerung und steht für mich heute mehr im Zeichen von Weihnachten, als es Krippenspiele je taten.

Und wenn Zeitungen wieder einmal zum Jahreswechsel den Weltuntergang prognostizieren, so weiß ich eben wegen solcher positiven Beispiele, wegen Menschen, die sich ohne Vorbehalt für andere einsetzen, dass im großen Ganzen ein besonderer Hauch steckt, der es wert ist, hochgehalten und gefeiert zu werden.
Danke an euch Engel unter uns!

Nun ist es für mich Zeit dem Beispiel jener helfenden Dame zu folgen!
Und ich lade jeden herzlich dazu ein, diese Idee ebenso weiterzutragen, so viel eben möglich ist.

Frohe Weihnachten!


Wie in einer Dokumentationsreihe erwähnt wurde, singen wir in der Regel nur 3 Strophen von “Stille Nacht! Heilige Nacht!”.

Doch es gibt 3 weitere, die vielleicht auch zum Nachdenken anregen:

Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Die der Welt Heil gebracht,
Aus des Himmels goldenen Höh’n,
Uns der Gnade Fülle läßt seh’n
Jesum in Menschengestalt!
Jesum in Menschen-Gestalt!

Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Wo sich heut alle Macht
Väterlicher Liebe ergoß,
Und als Bruder Huldvoll umschloß
Jesus die Völker der Welt!
Jesus die Völker der Welt!

Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Lange schon uns bedacht,
Als der Herr vom Grimme befreit,
In der Väter urgrauer Zeit
Aller Welt Schonung verhieß!
Aller Welt Schonung verhieß!


Wenn sich eine triviale Erkenntnis mit Dummheit in der Interpretation paart, dann gibt es in der Regel Kollateralschäden in der Anwendung.
frei zitiert nach A. Van der Bellen
... also dann paaren wir mal eine komplexe Erkenntnis mit Klugheit in der Interpretation!