GSM und SMS Versand

Na, wer erinnert sich noch an die Zeiten, als Mobiltelefone mit einer Akkuladung eine Woche lang liefen und nicht so wie heute täglich an die Steckdose müssen, damit sie nicht elektrisch verdursten?

Damals, als das GSM Netz die Leute verband …

Das gibt es heute immer noch. Und während heute leider immer mehr auf IP-Dienste wie WhatsApp umgestellt wird, hat es der SMS Dienst dennoch geschafft, diesen Trend (noch) zu überleben.


Tatsächlich war das vor … ähm … 15 Jahren mal so ein Bewerbungsgespräch-Test-irgendwas, wo ich gefragt wurde:

Stellen Sie sich vor, Sie müssten eine Plattform zum Versand von Mobiletelefon-Nachrichten wie SMS an den Start bringen. Wie würden Sie vorgehen?

Natürlich hatte ich von der Technik keine Ahnung (der Fragesteller wohl auch nicht) und so verlief das Gespräch eher auf der Ebene von Pflichtenheft, Entwicklungsplan, usw.

Heute weiß ich eigentlich auch nicht mehr darüber … aber wenn man schon so ein nettes GSM-Bastelset für die Arduino-Plattform sieht, dann muss man natürlich zugreifen.

GSM Module

Die Idee: Ein Chip wird mit einer SIM-Karte verbunden und erhält über eine serielle Schnittstelle Kommandos, um über das Mobilfunknetz Kurznachrichten zu verschicken oder einfache GPRS Internet-Sockets aufzumachen.

Nun, bei den Breitband-verliebten Social-Media-Selfie-Postern löst das wahrscheinlich einen Lachkrampf aus, wenn wir von “Datendiensten” des vergangenen Jahrhunderts sprechen, wo einzelne Kilobyte-Übertragungen mehrere Sekunden brauchen und dann auch noch so teuer wie ein Gigabyte im Breitbandbereich sind.

Doch Tatsache ist, dass das GSM Netz auch im ländlichen Bereich relativ gut ausgebaut ist, während Breitband durch ungünstige Konstellationen sogar bei mir in Wien an manchen Ecken einfach versagt.

An einer Wand in meiner Wohnung passiert es, dass meine UMTS-Sticks am Abend auf GPRS zurückschalten, womit “das heutige Internet” unbenutzbar wird.

Und wer IoT überall verbreiten will, bereitet seine Projekte protokolltechnisch eben auch auf solche Szenarien vor.
Angenommen, wir wollen in der Wildnis eine Sensorstation betreiben, wo wir keinen Netzstrom oder Funkbreitbandanbindung haben. Dort können wir mit Daten in kleinen Mengen per SMS oder GPRS zu einer Datensammelstelle schicken.


Als ich daher die NEOWAY-M590-E DIY-Platine sah, war klar, dass ich das Teil ausprobieren musste.

Ergebnis: Naja, bisher leider enttäuschend.

Ich weiß noch nicht, ob es an der mitgelieferten Antenne liegt oder ein anderes Problem vorliegt, doch Kontakt zum Funknetz erhalte ich bislang noch keinen dauerhaften.

Obwohl die Schnellstelle über AT-Kommandos natürlich ein Vergnügen ist, denn so lässt sich mit dem ATMEGA328 problemlos ein Datensatz ins Funknetz überspielen … theoretisch.

“Billig” ist auch der Aufbau der Platine, denn weil das Gerät eigentlich für 3 bis 4.5 Volt ausgelegt ist, muss die Spannung vom Arduino-Board gedrosselt werden.
Und das wird mit einer simplen Diode umgesetzt, die zwischen 0.5 und 0.7 Volt Spannungsverlust produziert und damit die 5 Volt des Arduinos in den spezifizierten Spannungsbereich senkt.

Einige andere Blogger beschreiten daher den Weg anders: Sie entfernen bzw. überbrücken die Diode und betreiben das Gesamtsystem mit 3.3 Volt.

Nun, soweit bin ich noch nicht und vielleicht komme ich ja noch dazu die Platine entsprechend umzubauen.

Denn lustig wäre es ja schon, wenn man z.B. einen per Solarpanel und Akku betriebenen Temperatursensor am Baum im Garten hinterm Haus anbringt, und täglich den “tatsächlichen” Wetterbericht ins Haus geschickt bekommt.

… mal sehen ob sich da in Zukunft was ergibt.


Wenn sich eine triviale Erkenntnis mit Dummheit in der Interpretation paart, dann gibt es in der Regel Kollateralschäden in der Anwendung.
frei zitiert nach A. Van der Bellen
... also dann paaren wir mal eine komplexe Erkenntnis mit Klugheit in der Interpretation!