Doch 5G in Wien

Als ich vor einem Monat meinen 5G Router zugeschickt bekam, war ich pessimistisch, weil ich keinen 5G Empfang feststellen konnte.

Doch jetzt weiß ich: Der alte Vertrag lief noch bis zum 22. Dezember und erst mit diesem Datum wurde 5G für mich freigeschaltet.

Und es ist sau-geil!


Hmm, da versucht man sich in buddhistischer Bescheidenheit und bekräftigt stets, dass die Datenrate nicht wichtig sei … doch der Switch von 30 MBit auf 80 ging selbst an mir nicht ohne Emotion vorbei.

Denn obwohl ich schon letztes Monat die neue Hardware und SIM-Karte zugesendet bekommen hatte, wurde erst kürzlich das 5G Netz für mich freigeschaltet.
Und während LTE bei mir am Fensterbrett eher mangelhaft empfangen wurde (immer 1 bis 2 Strichlein von 5 in der Anzeige), erhöht der 5G Empfang die Qualitätsanzeige auf ‘ne satte 3.

Im Alltag bemerke ich Internet-Performance-Probleme kaum, denn schließlich sind meine Primärseiten textbasiert und technische Dokus sind zum Glück nicht ganz so schlimm mit widerwärtigen Werbeinhalten verseucht.
Doch wenn YouTube oder Netflix läuft, sollte keine neues Windows-Image parallel heruntergeladen werden, weil dann einer der beiden Dienste darunter zu leiden hatte.

Denn meine 30 MBit im LTE Netz wurden ja auch tagesabhängig reduziert und nachdem Inhalte leider immer größer aufgebläht werden, ergeben sich dann Downloads von mehreren Stunden oder die Unmöglichkeit Videos flüssig zu streamen.

Doch nun zeigen mir Internet-Speed-Tests zu fast jeder Tageszeit 85 bis 90 MBit/s an, obwohl ich offiziell nur 80 erhalten sollte. Das mag vielleicht daran liegen, dass heute noch wenige 5G Geräte das Netz belasten.

Auf jeden Fall passierte es nun schon, dass ich dachte:

Ach Mist, ich muss den Stream für einen Download unterbrechen.

Und dann stellte ich fest, das beides parallel problemlos abgearbeitet wurde.
Soll heißen: Die 80 MBit/s im 5G Netz haben sich für mich extrem deutlich bemerkbar gemacht.

Das Router-Webinterface stellt auch eine Analyse zur Signalstärke bereit, die vor meinem Upgrade eine sehr schlechte Position anmerkte und die Empfehlung zum Umzug in einen anderen Raum ausgab. Doch nun meint die Software, es wäre alles perfekt und voll funktionsbereit.

5G Router Web UI

Doch ein Problem bahnt sich jetzt wieder an:

Nun, Ende 2020 ist es also wieder passiert, dass das “mein” Internet eine Netzwerkgrößenordnung zu überspringen droht.
Und so wird mein altes CAT-5 Kabel zwischen internem Router und Breitband-Router mit seinen 100 MBit/s bald zum Flaschhals werden.
Ich habe dieses 8-Meter-Kabel seit bald 15 Jahren im Einsatz und damals war es für das Internet eigentlich überdimensioniert. (Da fällt mir wieder ein, dass ich so ein Thema mit den 10 MBit-Netzwerkkarten vor vielen Jahren schon mal hatte …)

Wäre ich nicht so geizig, könnte mich mein Internetanbieter schon heute mit bis zu 150 MBit/s oder mehr versorgen, und damit sollte der Wechsel auf CAT-6 und einen neuen internen Router notwendig werden.

Fazit

Nun, man soll die Kirche im Dorf lassen und keine Revolution ausrufen, wenn einem mal der Mund offen bleibt.
Trotzdem freue ich mich nun sehr über meinen Geschwindigkeitsgewinn, der im Jahr nur etwa 72 Euro Zusatzkosten verursacht.

Während sich einige meiner Arbeitskollegen mit 300 MBit/s wegen Trägheit beschweren, halte ich jede Netzanbindung über 10 MBit für ein kleines Wunder. Zu lange war “Internet” mit 5 KBit/s limitiert, von daher ist die behauptete Notwendigkeit von solchen Geschwindigkeiten aus meiner Sicht einfach nur “astronomisch”.

Wie auch immer … auch ich freue mich wenn am Freitag die nächste Star Trek Discovery Folge in 30 Sekunden heruntergeladen ist und die Netflix App nicht wie früher 5 bis 10 Minuten daran nuckelt.


Wenn sich eine triviale Erkenntnis mit Dummheit in der Interpretation paart, dann gibt es in der Regel Kollateralschäden in der Anwendung.
frei zitiert nach A. Van der Bellen
... also dann paaren wir mal eine komplexe Erkenntnis mit Klugheit in der Interpretation!