Windows Phone / Mobile

Seit etwa 8 Jahren steckt ein sogenanntes Smartphone mit Microsoft Logo in meiner Hosentasche.

Anfangs fühlte ich mich noch als “Geek” damit … heute wird man damit eher verlegen angelächelt, als hätte man eine schwere geistige oder körperliche Behinderung.

Wie kam es nur so weit?


Es begann eigentlich so um 2007/2008 als ich in der C++ Entwicklung mit der Aufgabe konfrontiert war, die Software auch so zu schreiben, dass sie am Windows CE Oraganizer meines Chefs laufen kann.

Diese kleinen Terminplaner und E-Mailreader waren damals noch in kleinem Rahmen verbreitet.
Doch mit der Einführung des iPhones verloren diese Geräte mehr und mehr an Bedeutung.
Ich selbst habe so ein Gerät übrigens nie besessen.

Doch der Gedanke, ich könnte Windows-Software auch für kleine “intelligente Geräte” schreiben gefiel mir sehr und steht ja auch heute noch auf meiner TODO-Liste.

Und so kam es, dass ich um 2010/2011 den Schritt wagte, mir ein auslaufendes Windows Mobile 6 Teil zu kaufen, das mein altes 0815 Nokia-Mobiltelefon ersetzen sollte.

Windows Mobile ist nichts anderes als Windows CE mit einer etwas anderen Oberfläche. Während ein reines Windows CE eine Windows 95/2000 Desktopoberfläche mit Taskleiste zeigt, startet und Windows Mobile eine Übersicht über Uhrzeit, Termine und ungelesene E-Mails.

Windows Mobile 6 basiert auf Windows CE 5, und nicht wie ich damals dachte auf Windows CE 6. Installiert man also das Windows Mobile 6 SDK für Visual Studio, kann man auch Windows CE 5 Applikationen damit schreiben, die dann dank Kompatibilität auch auf Windows CE 6 ausführbar sind.

Dann folgte mit Windows Phone 7 Microsofts Abschied von der Marke “Windows Mobile” und Windows CE. Zwar basierte “Windows Phone 7” auf einem Windows CE Derivat, begann aber sich von der etablierten Windows API zu trennen. Entwickelt werden sollte nur noch in den elends-langsamen verwalteten Sprachen wie C# oder VB.NET.

Meines Erachtens war das der erste Todesstoß für die Plattform. Denn vor 2010 gab es ja doch noch eine Reihe von Windows-CE/Mobile Apps, die mit Windows Phone 7 alle funktionsunfähig wurden. Und niemand machte sich dann die Mühe seine Apps vollkommen neu zu schreiben.
Denn gegenüber Object-C von Apple und dem damals noch jungem Android Java, sah die “neue” Microsoft API unattraktiv, veraltet und vor allem inkompatibel aus.

Es folgte Windows Phone 8, welches vom CE Kern auf den Windows-NT Kernel wechselte. Doch auch hier blieb man von der Windows-API abgeschnitten, die es gut versteckt im Systemkern gab und musste mit einer eigenen Phone-Versionen von Visual Studio herumeiern.

Mit Windows 10 Mobile, also dem Windows Phone-Derivat basierend auf dem Windows 10 Kern, wollte Microsoft wieder alles in Ordnung bringen. Die Windows Universal Platform hätte die Entwicklung von Desktop-Apps und Phone-Apps vereinheitlichen können und machte - aus meiner Sicht - gar kein so schlechtes Bild.

Doch es war zu spät. Man hatte von 2010 bis 2015 jeden motivierten Phone-Entwickler verärgert und in Richtung Android und iPhone verjagt. Jetzt hatte Microsoft eine Smartphone-Plattform, die den Namen verdient hätte, die nun aber keiner mehr brauchte und wollte.

Tja, so kann man eine eigentlich gute Idee, nämlich eine Smartphone Plattform, die natlos mit dem Desktop zusammenarbeitet (so wie es Windows Mobile schon seit dem Jahr 2000 angeboten hatte), zerstören.

Meine Windows Phones:

My Windows Phones

  1. Samsung SGH-i200
    • Gekauft im Jahr 2010
    • Windows Mobile 6.1
    • CPU 260 MHz
    • Bild: 240 x 320 Pixel
    • Kamera: 2 MPixel
    • Fazit: Ein Witz! Das Gerät nennt sich “Smart-Phone” und ist das Gegenteil. Ohne WLAN kann man das Internet nur über USB und Active-Sync nutzen … also gar nicht. Keine Apps, wenig Funktionen
      SGH-i200
  2. Samsung Omnia Pro B7350
    • Gekauft im Jahr 2011
    • Windows Mobile 6.5
    • CPU: 600 MHz
    • Bild: 320 x 320 Pixel
    • Kamera: 3,2 MPixel
    • WLAN (aber nur WPA2-TKIP), Bluetooth
    • Fazit: Ganz OK. Damals mit den alten WLAN Router super, man konnte ins Netz und sogar ein bisschen browsen und Mails lesen. Es gab YouTube und RSS Apps, also brauchbar. Mit neueren WLAN Routern und WPA2-AES leider nutzlos geworden und die Apps kommen mit HTTPS nicht mehr klar.
      B7350
  3. Samsung Omnia 7
    • Gekauft im Jahr 2012
    • Windows Phone 7
    • CPU 1 GHz
    • Bild: 480 x 800 Pixel
    • Kamera: 5 MPixel
    • WLAN, Bluetooth
    • Fazit: Hatte es nur kurz im Einsatz und war eher eine Enttäuschung. Die wenigen Apps dafür neigten zum Abstürzen und der Web-Browser war veraltet bzw. nicht voll web-tauglich.
  4. Nokia Lumia 520
    • Gekauft im Jahr 2014
    • Windows Phone 8.1
    • CPU: 1 GHz Dualcore
    • Bild: 480 x 800 Pixel
    • Kamera: 5 MPixel
    • WLAN, Bluetooth, GPS
    • Fazit: Mit dem Teil war ich recht zufrieden. Es reagierte recht schnell und auch die Web-Nutzung war besser als mit dem Vorgänger. Vor allem die GPS- und Karten-Navigation ersetzte mein altes Garmin Navi im Auto.
      Lumia 520
  5. Microsoft Lumia 550
    • Gekauft im Jahr 2016
    • Windows 10 Mobile
    • CPU: 1.1 GHz Quadcore
    • Bild: 720 X 1280 Pixel
    • Kamera: 5 MPixel
    • WLAN, Bluetooth, GPS
    • Fazit: Mein Liebling, mit dem ich lange Zeit viel Freude hatte. Dank Edge bis heute ein vernünftiges Browsen. Skype voll integriert und mit einigen Apps nachgerüstet.
      Lumia 550
  6. Nokia Lumia 720
    • Abverkauft im Jahr 2017
    • Windows Phone 8.1 mit Upgrade auf Windows Mobile 10
    • CPU: 1 GHz Dualcore
    • Bild: 480 x 800 Pixel
    • Kamera: 6.7 MPixel
    • WLAN, Bluetooth, GPS, RFID
    • Fazit: Hab es nur für Programmiertests mit NFC / RFID angeschafft. War meinem Lumia 550 unterlegen, außer eben für RFID, dafür ist es bis heute gut geeignet, fiel aber mit Win10-1604 bereits aus dem Supportzyklus.
      Lumia 720
  7. Microsoft Lumia 950
    • Gekauft im Jahr 2018
    • Windows 10 Mobile
    • CPU: 1.8 GHz Hexacore
    • Bild: 1440 x 2560 Pixel
    • Kamera: 20 MPixel
    • WLAN, Bluetooth, GPS
    • Fazit: Bist du deppert, sind das geile Fotos! Obwohl mir das bisher recht egal war, stelle ich fest: Mit 20 Megapixel kann ich auch meine Hardware abfotografieren und auf dem Bild jede Leiterbahn nachvollziehen … das war mit den Fotos meiner anderen Telefone unmöglich.
      Lumia 950

Wenn sich eine triviale Erkenntnis mit Dummheit in der Interpretation paart, dann gibt es in der Regel Kollateralschäden in der Anwendung.
frei zitiert nach A. Van der Bellen
... also dann paaren wir mal eine komplexe Erkenntnis mit Klugheit in der Interpretation!