LiPo Akku Kurzschluss

Es lief wie in Zeitlupe ab.

Ich sah noch, wie sich die beiden losen Polkabel aufeinandern zubewegten, mein Blick wurde starr, ein kleiner Funke flog …

… und mein 1400mA Lithium Polymer Akku war tot.


Ja, ich weiß, man soll Akkus nicht kurzschließen. Und wenn man sie verkabelt sollte man aufpassen, dass sich die beiden Polkabel nicht versehentlich berühren. … Mea Culpa!

Bei den üblichen Lithium Ionen Akkus der Klasse 18650 wäre durch die beiden Drähte für die kurze Zeit ein ordentlicher Strom geflossen, der die Kabel schnell erhitzt hätte und eventuell auch die Isolierung aufgeschmolzen hätte.

Doch bei solchen unter 1-Sekunden Kontakten, wäre weiter nicht viel passiert. Und ja, ich weiß das, weil mir das auch schon mal passiert ist. Trotzdem sollte man verdammt aufpassen, denn sollte der Akku irgendwo brechen oder etwas aufschmelzen, darf sich die Feuerwehr darum kümmern.

Aber bei meinem flachen LiPo-Pack gab es einen kurzen Funken und danach führten die ausgehenden Pole keinen Strom mehr.
Warum eigentlich?

Tja, kluge Leute bauten eine kleine Schutzschaltungen zwischen den echten Polen des Akkus und die hinausgeführten Anschlusskabel ein. Und als ich diese Drähte durch längere ersetzen wollte und den Kurzschluss verursachte, brannte diese Schaltung offenbar durch.
Eigentlich gut, so konnte kein weitere Schaden entstehen.

Also ab damit in den Sondermüll …
Nein! Warum? Das muss man doch irgendwie richten können …

LiPo Schutz ersetzen

Also wird die Plastikverpackung um den Akku vorsichtig weggeschnitten und der eine oder andere Isolationsstreifen entfern, und schon kommt der kleine tote Chip zum Vorschein.

LiPo-Protection

Die “echten” Pole des Akkus waren links und rechts einfach mit der Platine verlötet und so genügten paar Sekunden Kontakt mit meinem Lötkolben um den Chip vom Akku zu trennen.

Mein Multimeter zeigte dann brav 3.9 Volt zwischen den Polen an, was somit bedeutete: Der Akku ist voll und ganz OK.
Das bedeutet, man könnte sofort ein Gerät an ihn anhängen. Doch ohne den Protektor-Chip wäre eine Tiefentladung oder ein Kurzschluss mit übleren Folgen möglich.

Zum Glück gibt es für wenige Cent (oder ein paar Euro für 10 Stück) diese Lithium-Ionen Ladechips im Handel. Und nachdem Lithium-Ionen Batterien und Lithium-Polymer-Packs quasi gleich aufgebaut sind (bei gleicher Ausgangsspannung), dachte ich mir, ich schließe so einen Teil einfach zwischen Akku und Verbraucher.

Die neue Platine wurde mit einem Doppelklebestreifen auf das Akku-Pack geklebt, nachdem + und - Pol des Akkus mit zwei kurzen Drähten mit den entsprechenden Pins (B+ und B-) verlötet wurden.

LiPo-Charger

Und das geile dran: Es ist ein USB Anschluss zum Aufladen integriert, wie auch die Möglichkeit vorgesehen ist, direkt zwei Ladepole mit dem Chip zu verbinden.

Egal ob man nun per USB vom Netzstrom, oder von der Solarzelle aus laden möchte, beides geht jetzt “direkt” auf dem Akku selbst.

LiPo-Pack-Enhanced

Wieder ein Stück gerettet

Yay! Und genau das liebe ich so an unserer Zeit. In 15-30 Minuten hat man ein defektes Teil mit einfachen Mitteln wieder einsatztauglich gemacht.

Ich möchte nicht wissen, wieviele funktionierende Akkus mit defektem Chip in den letzten Jahren im Müll gelandet sind und hoffe, dass wir nicht nur besserere Recycling-Möglichkeiten für solche Fälle bereitstellen, sondern dass jeder Bürger selbst in die Lage versetzt wird, “sich zu helfen”.

Das war doch mit den Computern vor 25 Jahren auch so.
Niemand traute sich ein Betriebssystem zu installieren, weil man keine Erfahrung hatte und sich fürchtete etwas kaputt zu machen.
Heute steckt man einen USB Stick an, klickt 5 mal auf “Weiter” und alles läuft.

Und wieder haben wir ein Beispiel dafür, dass nicht früher sondern heute alles besser ist!


Wenn sich eine triviale Erkenntnis mit Dummheit in der Interpretation paart, dann gibt es in der Regel Kollateralschäden in der Anwendung.
frei zitiert nach A. Van der Bellen
... also dann paaren wir mal eine komplexe Erkenntnis mit Klugheit in der Interpretation!