Star Wars Episode 9

Was für ein Glück, dass ich zur Star Trek Fangemeinde zähle.

Damit muss ich mich jetzt nicht selbst hinterfragen, nachdem mich der neueste Star Wars Film gleichwegs viel gelangweilt hat, wie die Filme davor.

Trotzdem “muss” man diese Filmereihe, die die Populärkultur so geprägt hat, einfach gesehen haben.


Eigentlich verstehe ich es ja selbst nicht so ganz, warum mich jede Form von Fantasy und SciFi interessiert, und dass mich Star Wars “relativ” kalt lässt.

Vielleicht liegt es an der Mischung aus der dargestellten 70er-Jahre-Technik, die stets mehr schlecht als recht funktioniert und dann das Mysterium der “Macht”, die es dann richten soll.

Doch unabhängig von der erzählten Geschichte “in einer weit entfernten Galaxie” muss man neidlos zugestehen, dass Star Wars in Sachen Bild und Tontechnik die Vorreiterrolle gegenüber anderen Projekten eingenommen hat und nimmt.

Das beginnt schon bei den “Außerirdischen”, die in Star Trek immer nur Menschen mit Plastiknasen sind, wie Gregor Kartsios mal treffend bemerkte, während Star Wars weit über den Tellerrand hinausblickte und viel exotischere Körperfarben und -formen erschuf.

StarWars 9

Und das muss man dem 9. und angeblich finalen Film der Reihe lassen:
Es wird einem ein grafisch überwältigendes Spektakel geboten, wenn gleich ich immer noch verstutzt bin, dass in einer Welt, in der jeder zweite Handgriff von “intelligenten” Robotern ausgeführt die Raumschiffe immer noch so aussehen, wie analoge Schaltpulte, und wo man einfach eine Klappe öffnet, ein Kabelgewirr rausholen kann, zwei Drähte verbindet und damit etwas kurzschließt, damit sich eine Tür öffnet.

Tja … und die Story …
Sie beginnt mit dem legenären schrägen Lauftext und offenbart in der ersten Filmminute, dass der Imperator, der im 6. Film getötet wurde, einfach wieder da ist, keiner weiß warum. Auch im 7. und 8. Film gab es keine Hinweise, dass dieser Charakter irgendwo herumsitzt.

Vielleicht ist genau das mein Problem mit Star Wars.
Die Filme zeigen immer einen Ausschnitt aus dem Leben in der fernen Galaxie und was dazwischen geschieht scheint immer extrem bedeutsam, wird aber nie gezeigt. Es wirkt stets als würden Jahre zwischen den Filmen vergehen. Dafür sehe ich dann aber Figuren, die immer in jedem neuen Film emotional genau dort weitermachen, wo der letzte Film endete.
Da passen die Laufgeschwindigkeiten einfach nicht zusammen.

Ja, ich glaube, ich hätte mit Star Wars wesentlich mehr Freude, wenn die 3 Filme einer Gruppe in einer Serie mit 20-30 Episoden erzählte werden würden, wo Handlung und Verlauf schlüssiger übermittelt werden können.

Hmm … ja, das wäre dann so wie bei Star Trek, denn seien wir mal ehrlich, auch dort kommen die Filme nicht im entferntesten an die genialen Stories vieler Episodenstaffeln heran.

Fazit

Ja, man muss StarWars 9 gesehen haben. Das steht für mich fest.
Aber ein echter Fan werde ich wohl auch weiter nicht werden.

Mit der Kinokarte um 13 Euro + 6 Euro für die “Kiddy-Box”, dem kleinsten Fresspaket an der Kassa, hat damit einen netten Nachmittag gestaltet. Wenn gleich ich auch nicht darüber nachdenken darf, dass “Herr der Ringe 2” mich seinerzeit 5,50 Euro kostete … da denke ich mir schon, dass das nicht nur die Inflation ist, was wir heute für Filme bezahlen müssen.
(Und die 13 Euro sind für 2D, bei 3D geht’s bei 15 Euro aufwärts los).

Darth Vader

Image by Pixabay


Wenn sich eine triviale Erkenntnis mit Dummheit in der Interpretation paart, dann gibt es in der Regel Kollateralschäden in der Anwendung.
frei zitiert nach A. Van der Bellen
... also dann paaren wir mal eine komplexe Erkenntnis mit Klugheit in der Interpretation!