Rückkehr ins Kino

Mit der Einführung der Registrierungspflicht wegen COVID-19 am Kinoeingang wurde es mir unmöglich gemacht, Vorstellungen zu genießen.
Schließlich kämpfe ich nicht grundlos seit Jahren für Verbesserungen im Datenschutz und all das wurde mit der Ausrede “CORONA” mit Füßen getreten.

Doch nun wurde diese sinnlose Aktion beendet, womit auch ich mein persönliches Film- Embargo zurückziehen kann.


Ein falscher Ansatz

Wer auch immer auf die absurde Idee kam, dass das Unternehmertum einfach alle Daten ihrer Kunden “irgendwie” vorrats-speichern soll, war nicht ganz dicht.

Die Ämter verteilten A4-Zettel an Veranstaltungsbetreiber und ordneten an, es sollen alle Kunden Name, Adresse und Telefonnumer darauf schreiben und dem Betreiber zurückgeben.
Dieser sollte die A4 Zettel einige Wochen aufheben und falls ein Coronafall gemeldet worden wäre und dieser angegeben hätte, er hätte einer Veranstaltung beigewohnt, ja dann hätte die Behörde alle Zettel eingefordert um eventuelle Kontakte darüber zu informieren, dass eine Corona-Infektion aufgetreten sei.

Ich gehe also 1 mal im Monat 3 Stunden ins Kino und werde ge-TRACE-t, fahre dann aber täglich eine Stunde mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, sitze die Hälfte der Woche in einer Firma mit tausend anderen Mitarbeitern und bin dabei Corona-technisch vogelfrei.

Mir kann also niemand erzählen, dass die Preisgabe meiner Wohnadresse im Kino Leben rettet, während 20 Stunden Autobusfahrt im Monat mit fremden Personen gleichsam egal ist.

Denn TRACING funktioniert nur dann zuverlässig, wenn es flächendeckend umgesetzt wird.
Und dabei lassen wir mal weg, dass niemand die Daten prüft. Ich hätte mich also auch als Ash Ketchum aus Alabastia mit der Nummer 123456789 registrieren können, denn der 17 jährige Praktikant am Schalter (oder auch seine älteren Kollegen) wollten nie einen Ausweis sehen, sondern legten die Zettel einfach auf einen Stapel.

Der Datenschutz-bezogene Schaden, der jedoch angerichtet wurde, ist erheblich größer:

  • Wer garantiert mir denn, dass die A4 Zettel wirklich nach 3 Wochen den reinigenden Flammen übergeben wurden?
  • Wer stellt denn sicher, dass nur datenschutzrechtlich geschultes Personal mit den Daten hantieren darf?
  • Und wer trägt die Verantwortung bzw. wer ist mein Ansprechpartner im Falle eines erkannten Problems?

… aber lassen wir das Thema … es regt mich einfach nur auf.

Phantastische Tierwesen 3

Um also wieder “in Stimmung” zu kommen, sah ich mir Phantastische Tierwesen - Dumbledores Geheimnisse an, da ich schon die beiden Vorgänger im Kino miterleben durfte.

Hmm … naja … ein bisschen erinnert mich das an Black Widow. Ich freute mich alle Charaktere wieder zu sehen … aber die Story konnte mich nicht überzeugen.

Wenn man den ersten Teil ansieht, wo wirklich noch “magische Tiere” im Mittelpunkt standen, und dann zu Teil 2 und 3 wechselt, stellt man fest, dass die neuesten beiden Teile eigentlich eher unter dem Titel: “Dumbledore vs Grindelwald” hätten veröffentlich werden sollen.

Die namensgebenden “Tierwesen” spielen de facto keine Rolle und wirken künstlich herbeigeschrieben um den original Titel irgendwie rechtfertigen zu können.

Es ist etwa so, als hätte es einen “Harry Potter 5,5 - Dracos Ferien” Film gegeben, in dem Harry Potter in den ersten 5 Minuten auftaucht, und dann aber durchgehend nur noch Szenen mit Draco Malfoy ablaufen. Ein solcher Film hätte “Harry Potter” im Titel auch nicht verdient.

Und trotzdem mag ich Jude Law in der Rolle des jüngeren Albus Dumbledore sehr und hätte gerne den Film “Dumbledores Geheimnisse” ohne Tierwesen gesehen, wo nur dieser Charakter im Mittelpunkt gestanden hätte, in dem nicht Dan Folger als Jacob Kowalski und Katherine Waterston als Tina Goldstein andauernd die Handlung gestört hätten.

Auch cool gewesen wäre ein: “Phantastische Tierwesen - Die Jagd nach dem verlorenem Schatz”, in dem Newt Scamander (Eddie Redmayne) mit seinem Niffler eine magische Azteken-Pyramide durchsucht.

So bin ich etwas gespalten, ich will den Film mögen, schaffe es aber nicht ein “Daumen-hoch” auszusprechen. Besonders deshalb, weil ich schon lange nicht mehr so viele “Nazi-Gesichter” in Berlin abgefilmt bekommen habe, ohne dass der Begriff explizit gefallen wäre. … also mehr Clichè geht kaum noch.

Fazit

Am wichtigsten ist aber: Ich kann wieder “bedenkenlos” ins Kino gehen, und das kam auch keine Sekunde zu früh.
Erst seit kurzem darf ich Spiderman - No way home mein Eigen nennen und bin trotzdem noch angepisst, dass ich den Film nicht zu Weihnachten auf der Kinoleinwand sehen durfte.

In zwei Wochen startet Dr Stange in the Multiverse of Madness und wenn ich nicht live sehen darf, wie Wanda Maximoff ihre beiden Hero-Kids wiedersieht … dann gibt es einen Amok-Lauf, dass selbst Thanos Angst bekommt.

… oder anders gesagt: Ich kann es kaum noch erwarten.

Auf jeden Fall freue ich mich über dieses Stück zurückgewonnener Freiheit und ich hoffe, dass dieses idiotische TRACING-Schema nie wieder zur Anwendung kommen wird.


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Wenn sich eine triviale Erkenntnis mit Dummheit in der Interpretation paart, dann gibt es in der Regel Kollateralschäden in der Anwendung.
frei zitiert nach A. Van der Bellen
... also dann paaren wir mal eine komplexe Erkenntnis mit Klugheit in der Interpretation!