Final Fantasy VII

Während sich die Welt über das Remake von Final Fantasy VII freuen darf, habe ich das “beste Rollenspiel aller Zeiten” von 1997 nochmal für die Nintendo Switch gekauft.

Hmm … da werden wieder schöne Erinnerungen wach … aber nicht an vorgestern sondern nur an gestern.


Vor dem Jahr 2000 kannte ich wenig. Und außer einem Nintendo Gameboy besaß ich auch keine Spielekonsolen.

Rollenspiele wurden mir erst mit dem Millenniumswechsel zugänglich und zwar über Emulatoren. Ich habe zwar noch kein SNES aus der Nähe gesehen, doch den ZSNES Emulator für DOS und Windows lernte ich damals kennen und lieben.

Und da waren es Final Fantasy 4, 5 und 6, die meine ganz besondere Aufmerksamkeit genossen. Die abwechslungsreichen Geschichten um eine Gruppe von Helden, die im mittelalterlichen Schwertkampfstil in einer Steampunk-Welt mit Magie gegen Monster kämpfen mussten bot ein Spektrum an Ideen, Eindrücken und unerwarteten Wendungen, dich ich bis heute sehr schätze und genieße.

Da die Playstation 1 aber lange Zeit nicht ordentlich am PC emuliert werden konnte (kurz nach 2000), entwickelte ich auch keinen Bedarf an Spielen für diese Konsole … und dennoch hörte man immer in nebenbei, dass das beste aller Final Fantasys eben auf diesem Gerät spielbar sei.

Es muss so um 2007 gewesen sein, als ich einen Versuch unternahm, die PS-One Umgebung bei mir zum Laufen zu bekommen und auch die 3 CD-ISOs von FF7 konnte ich in einem dunklen Winkel des Netzes finden.
Funktioniert hat es aber anfangs nicht, doch ich fand relativ schnell ein paar Optionen im Emulator, die in der Beschreibung den Titel Hack for FF7 oder so ähnlich hatten … und siehe da: es lief!

O-M-G! Was war das für ein Erlebnis und wie sehr ärgerte ich mich, diesen Titel nicht schon viel früher gespielt zu haben.
Zwar kann man fast alle Hauptcharaktere der klassichen Final Fantasy Reihe als “Cooler Junge mit Schwert” bezeichnen, aber Cloud Strife wurde für mich der Inbegriff dieser Benennung.

Neben der 3D Außenwelt und den schön gestalteten Ortshintergründen waren auch die Kämpfe ein Augenschmaus verglichen mit den älteren Spielen der Serie.
Aber die Story übertraf dann auch meine bisherigen Lieblinge FF6 und Lufia 2.

Man kann es schwer in Worte fassen … nein, dieses Abenteuer muss man erlebt haben!

Und so war Final Fantasy ein paar Jahre später sofort gekauft und heruntergeladen, als ich meine PSP in Betrieb nahm. Und das Wiedererleben der geliebten Story war erneut eine Freude.

Apropos Playstation Portable … dort erschien auch das Prequel Crisis Core FF7, welches ich selbstverständlich haben musste.
Doch im Vergleich zum Haupttitel war es eine Enttäuschung.
An diesem Beispiel wurde mir klar, dass eine filmreife Grafik einen unguten Soundtrack und langweilige Dialoge nicht wettmachen können. Das Spiel war zwar nicht “schlecht”, aber an seinen Vorgänger kommt es nie und nimmer heran.

Doch nun im Jahr 2020 möchte ich mich erneut an “die gute alte Zeit” erinnern und als ich sah, dass FF7 für die Nintendo Switch angeboten wurde, musste die Kreditkarte wieder etwas leichter werden um den Download anwerfen zu können.

Und auch wenn die Grafik von damals mit heutigen Augenweiden wie Xenoblade Chronicles 2 nicht mithalten kann, so schätze ich den genialen Soundtrack und die kurzen prägnanten Dialoge der Charaktere.

Ich denke, die Spielemacher von heute sehen sich so unter Druck, immer feinere und detailreichere Grafiken einzubauen, dass sie auf die Flüssigkeit des Spielverlaufs vergessen.
Und wenn alle 20 Minuten eine 10 Minuten lange Cutscene einsetzt wo sich die Charaktere in langen philosophischen Debatten über den Sinn ihrer Aufgabe unterhalten, so vermisse ich Cloud, der einfach nur “Interessiert mich doch nicht!” ausspuckt und zum nächsten Kampf marschiert.

Fazit

FF7 auf der Switch ist ein toller Retro-Spaß nebenbei.
Ich muss aber leider melden, dass die Emulation nicht ganz sauber läuft. Zwei mal ist mir das Spiel bereits eingefrohren und hat mich damit um einige bereits erkämpfte Ziele gebracht.

… es bleibt daher die alte Prämisse aufrecht:

Alle paar Schritte sofort wieder speichern!


Wenn sich eine triviale Erkenntnis mit Dummheit in der Interpretation paart, dann gibt es in der Regel Kollateralschäden in der Anwendung.
frei zitiert nach A. Van der Bellen
... also dann paaren wir mal eine komplexe Erkenntnis mit Klugheit in der Interpretation!