Corona Impfung - Teil 3

Während andere sich bei boost.org die aktuellen Version 1.78 holen um ihre C++ Programme aufzufrischen, war ich das dritte Mal im Austria-Center um meinen COVID-19 Schutz “boosten” zu lassen.

Fast könnte man sagen:

Same procedure as last year.

… doch noch ist das Jahr nicht vorbei.


Anmeldung

Wieder mal meine Lieblingsaussage:

Manche sagen, Österreich sei in Sachen Digitalisierung noch im Mittelalter.
Ich sage euch: Das stimmt nicht!
So weit sind wir noch lange nicht!

Ok, vielleicht übertreibe ich ein bisschen, aber aus meiner kritischen Sicht funktionieren alle “analogen” Schritte der Impfung (vor allem in Wien) hervorragend, während alles, was man “online” tun können soll bzw. sollte, einfach schlecht gelöst ist.

Irgendwann in den letzten Monaten wurde offenbar das Wiener Impfportal “geändert”. Damit brechen nicht nur Links, die man sich bei der letzten Anmeldung gespeichert hat, sondern auch der Login schwankt zwischen der Übernahme der alten Daten aus der früheren Registrierung und einer Neuregistrierung.

Zuerst wird man mit Infos verwirrt, dass man der erneuten Datenerfassung zustimmen soll um den Login im neuen Portal einzurichten und dann läuft man in eine 404 Seite.
Ich dachte anfangs echt, ich wäre auf einen Phishing-Versuch hereingefallen. Doch bei einem weiteren Loginversuch, war man plötzlich “wieder im System” eingeloggt.

Hat man sich dann seinen Impftermin reserviert, bekommt man eine Liste von dem, was man mitnehmen soll. Also Impfticket (bei der Reservierung erhalten), Impfpass, Ausweis und e-Card. Und: Die Einwilligungserklärung.

Im früheren Impfportal war die verlinkt. Diesmal habe ich sie nicht gefunden. Zwar kann man die Einwilligung auch vor Ort ausfüllen, aber warum? Google hingegen findet bei einer Suche das benötigte PDF im wp-content/uploads Folder.

Also echt jetzt! Was soll das?
Kids von heute coden sich über’s Wochenende Itemshops für ihre Lieblingsspieleerweiterungen mit Userverwaltung und Bezahlservice zusammen und die “Profi-Softwareabteilung” von Österreichs größter Stadt scheitert am Anfügen eines Wordpress-Links an E-Mails oder auf der Hauptseite?

Ich bin einfach nur enttäuscht.

Impfung mit Zertifikat

Am Austria Center angekommen war die Prozedur genau so wie bei meinen Impfungen im Sommer. Nur dass ich diesmal ins Untergeschoß geleitet wurde, wo die Datenprüfung, das medizinische Gespräch, die Impfung und die Wartepause genau so stattfand, wie zuletzt.

Ich vermutete, dass ich ziemlich alleine geimpft werden würde, wegen des Termins mitten in den Weihnachtsfeiertagen, doch nein. Es war zwar weniger los, als im Hochsommer, doch permanent tröpfelten neue Personen durch die Registrierungstische und Impfkabinen hindurch.

Wegen der (aus meiner Sicht “dummen”) Entscheidung, dass nach Juni keine Zertifikate automatisch an Geimpfte ausgestellt wurden, war ich das letzte halbe Jahr auf meinen Impfpass angewiesen, den ich selbstverständlich die 3 oder 4 mal, wo ich ihn gebraucht hätte, nicht dabei hatte.
Denn in der Kantine meiner Firma darf man seit November ja nicht mal mehr das Mittagessen in der Box abholen, ohne dass man auf seinen Impfstatus geprüft wird, während es im Supermarkt nebenan egal war und ist, ob man überhaupt geimpft ist. (Echt bescheuert diese Politik!)

Na jedenfalls gab es im Nebengebäude des Impfzentrums eine Büroeinrichtung, die einem ein Zertifikat ausdruckt. Dort musste ich etwa 15 Minuten in der Schlage stehen, bis mir einer der dortigen Mitarbeiter ein Zertifikatsblatt erstellen und aushändigen konnte.

Nun kann ich also entweder meinen Impfpass oder den A4-Wisch nutzen, wenn ich mal ins Gasthaus gehen möchte.
Vaccination certificate document

Ich habe das Blatt eingescannt und nun kann ich es auch auf einem Nicht-Google-Mobiltelefon mitführen.
Falls - und das werde ich in den nächsten Tagen ausprobieren - der Scan “einfach so” akzeptiert wird, dann folgt meine nächste Frage auf dem Fuße:

Wieso zur Hölle wird nicht jedem Mitbürger das PDF per e-Mail zugestellt?

Anstatt dessen legt man diese “sensiblen” Daten in die exklusiven Hände von Android-Apps, wo sie nur gemeinsam mit Werbeangeboten von Influencer-Hautcreme und Seminaren zu alternativer Magie abgerufen werden können.

Lob an alle Impf-Teams

Den fleißigen Bienchen in unseren Impfzentren muss ich aber erneut meinen Dank und meine Bewunderung aussprechen. Denn ihr Service war schnell, zielgerichtet und professionell.

Sie sitzen dort (freiwillig) auch an den Feiertagen, bekommen vermutlich nicht immer nur freundliche Gesichter zu sehen und sind dennoch stets hilfsbereit und bewahren ganz nebenbei unsere Gesundheit.

Ich glaube nicht, dass die Gesellschaft (also wir alle) den Einsatz dieser guten Geister entsprechend würdigen. Natürlich bin ich nicht der einzige, der ihre Leistung schätzt, doch wenn man sich ansieht, wie aggressiv manche Mitmenschen ihren selbstgezüchteten Hass genau auf diejenigen richten, die nichts anderes tun als zu helfen, dann merkt man erst, wie unglaublich wertvoll alle Arbeiten im medizinischen Bereich heute sind.

Denn es ist nicht nur die professionelle Arbeit alleine, die uns Ärzte, Pflege- und Impfpersonal bis hin zum Zivildiener bereitstellen, sondern es ist vor allem der besonnene und geduldige Umgang mit uns, trotz vieler Störklänge aus der Bevölkerung, der meinen Respekt verdient.

Und deshalb möchte ich hier nochmal ganz deutlich dokumentieren:

Danke an das gesamte medizinische Personal!
Ihr seid unsere Helden.

Moderna Booster mit erwarteter Reaktion

Nun, die erste Impfung mit Moderna habe ich gar nicht gespürt, dafür hat mich die zweite unerwartet hart erwischt. Das lag vielleicht auch daran, dass ich dachte, ganz normal weiterarbeiten zu können.

Auch für meinen 3. Impfstich waren Reaktionen im Sinne eines 24-48 stündigen Krankheitgefühls prognostiziert.

Ein paar Stunden nach der Impfung kamen dann Schlappheit und Kopfschmerzen auf mich zu. Doch, damit hatte ich gerechnet und mich vorsorglich ins Bett gelegt. Ich kann zwar nicht sagen, dass ich besonders gut geschlafen hätte, weil ich alle paar Stunden wieder aufgewacht bin, aber im Endeffekt habe ich die Impfreaktion großteils “verschlafen”.

Als ich am Folgetag dann wieder aufstand, waren die Kopfschmerzen noch spürbar da, doch bereits eine Stunde später waren sie fast gänzlich verflogen. Und am Abend konnte ich bereits wieder mit Kopfhöreren und Musik durchs Zimmer steppen, als wäre nichts gewesen.

Kurz gesagt: Bis 24 Stunden nach der Impfung war Ruhe angesagt, danach ging der Alltag wie gewohnt weiter.

Es ist mir also weiter ein Rätsel, warum manche Menschen so unvernünftig sind, und lieber wochenlang hustend und röchelnd im Fieberbett liegen wollen, nur um sich trotzig ein Stichlein zu ersparen und damit nebenbei ein ungutes Virus weiter verbreiten.

Fazit

Die 3. Impfung ist erledigt und mir geht’s gut. Sehr gut.

Jetzt hoffe ich weiter darauf, dass sich auch der Rest der Bevölkerung impfen lässt und damit dem Virus das Wasser abgräbt. Damit wir eben nicht noch weitere Lockdowns brauchen und die ehrenwerten Mitarbeiter in den Krankenhäuseren die Entlastung erhalten, die sie schon so lange redlich verdient haben.

Nachtrag

Falls irgend jemand aus meinem gescannten und hier hochgeladenen Zertifikats-Dokument den Schlüssel aus den verbliebenen Pixeln des QR-Codes wiederherstellen kann, möge mir derjenige bitte den Quellcode zum Algorithmus zukommen lassen. Danke! ;)


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Wenn sich eine triviale Erkenntnis mit Dummheit in der Interpretation paart, dann gibt es in der Regel Kollateralschäden in der Anwendung.
frei zitiert nach A. Van der Bellen
... also dann paaren wir mal eine komplexe Erkenntnis mit Klugheit in der Interpretation!